Haushalt 2027 · Stand 05.10.2026

Bis 2030: 130 Millionen
mehr im Jahr

Die Kreisumlage, die deine Stadt oder Gemeinde an den Rhein-Sieg-Kreis zahlt, soll von 365 Mio. € (2026) auf 495 Mio. € im Jahr 2030 steigen: 130 Mio. € mehr im Jahr. Das Geld fehlt dann vor Ort – bei Schulen, Straßen, Bädern – oder es kommt über die Grundsteuer zurück zu dir.

Nächste Kreistagssitzung: Montag, 14.12.2026 – Beschluss über den Kreishaushalt 2027Davor: Finanzausschuss 08.12. mit Anhörung der Städte und Gemeinden, Kreisausschuss 10.12. · Fahrplan

Was der Kreis plant

Die Städte und Gemeinden finanzieren den Kreis über die allgemeine Kreisumlage. So soll sie nach den Eckdaten des Kreises wachsen:

Aufkommen der allgemeinen Kreisumlage und Umlagesatz. 2026 grau: laufender Haushalt.

Quelle: Eckdaten des Kreises zum Haushalt 2027 vom 28.08.2026, öffentlich als Anlage 2 zur Mitteilungsvorlage der Stadt Troisdorf DS-Nr. 2026/0504 (Haupt- und Finanzausschuss 22.09.2026), PDF-S. 10.

+130 Mio. €mehr Kreisumlage im Jahr 2030 als 2026 (+36 %)
über 200 €mehr je Einwohner und Jahr – Rechnung der Bürgermeister
11,8 Mio. €kostet die Kommunen 2028 jeder einzelne Punkt Kreisumlage

Erste und zweite Zahl: gemeinsame Stellungnahme der Bürgermeister vom 17.09.2026 (ebenda, Anlage 1, PDF-S. 2). Dritte Zahl: eigene Rechnung, 1 % der Umlagegrundlagen 2028 von 1.176.805 T€ (ebenda, PDF-S. 10).

Fair gesagt: Den größten Teil der Erhöhung verursacht der Kreis nicht selbst. Die Landschaftsumlage, die der Kreis an den Landschaftsverband Rheinland (LVR) zahlt, steigt von 206,2 Mio. € (2026) auf 272,6 Mio. € (2030), also um 66,3 Mio. € – rund die Hälfte der 130 Mio. €. Dazu kommen die Sozialleistungen. Gerade deshalb muss der Kreis dort sparen, wo er selbst entscheidet. Eckdaten des Kreises, ebenda, PDF-S. 8 und 10; Differenz eigene Rechnung.

Was das vor Ort heißt – ein Beispiel

Stadt Troisdorf2027202820292030
Mehrbelastung durch die Kreisumlage1,73 Mio. €7,92 Mio. €12,08 Mio. €13,04 Mio. €

Mitteilungsvorlage der Stadt Troisdorf DS-Nr. 2026/0504, PDF-S. 1. Die Stadtkämmerin schreibt dazu: Eine „drastische Erhöhung der Steuerhebesätze und weitere Konsolidierungsmaßnahmen im Rahmen eines Haushaltssicherungskonzeptes“ wären „spätestens ab 2028“ unvermeidbar.

Alle Bürgermeister sagen nein

Bevor der Kreis die Umlage festsetzt, muss er das Benehmen mit seinen Städten und Gemeinden herstellen (§ 55 Kreisordnung NRW). Alle 19 Bürgermeister haben das am 17.09.2026 gemeinsam abgelehnt.

„Falls es bei den kommunizierten Eckdaten bleiben sollte, ist davon auszugehen, dass spätestens im Jahr 2028 nahezu alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden zur Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes verpflichtet sind.“
Gemeinsame Stellungnahme der Bürgermeister, 17.09.2026 (Troisdorf DS-Nr. 2026/0504, Anlage 1, PDF-S. 3)

Haushaltssicherung heißt: Die Kommune darf nur noch das Nötigste ausgeben, freiwillige Leistungen stehen auf dem Prüfstand, Steuern und Gebühren steigen.

Was die Bürgermeister vom Kreis verlangen

  1. beim LVR stärker auf Sparsamkeit drängen
  2. Aufgabenkritik in der Kreisverwaltung
  3. auf zwölf zusätzliche Planstellen verzichten
  4. den globalen Minderaufwand ausschöpfen
  5. Eigenkapital einsetzen, Fehlbeträge vortragen
  6. ein Haushaltssicherungskonzept für den Kreis prüfen
  7. „Priorisierung von Projekten“ bei „Ausgabendisziplin“

Ebenda, PDF-S. 2–3, sinngemäß verkürzt; Nr. 7 wörtlich.

Fahrplan

Vom Eckdatenpapier bis zum Beschluss. Wir aktualisieren das hier laufend.

  1. 28.08.2026Der Kreis schickt seine Eckdaten an die Bürgermeister und leitet das Benehmen ein.
  2. 17.09.2026Alle Bürgermeister lehnen das Benehmen ab.
  3. bis 09.10.2026Stellungnahmen der Städte und Gemeinden an den Kreis. Sie gehen dem Kreistag zu.
  4. Oktober 2026Der Entwurf des Haushalts geht den Kreistagsmitgliedern zu. Erst dann können wir ihn prüfen.
  5. November 2026Beratung in den Fachausschüssen.
  6. 08.12.2026Finanzausschuss: Anhörung der Städte und Gemeinden.
  7. 10.12.2026Kreisausschuss.
  8. 14.12.2026Kreistag beschließt den Haushalt 2027.

Schreiben des Kreises vom 28.08.2026 (Troisdorf DS-Nr. 2026/0504, Anlage 2, PDF-S. 4); Sitzungsplan des Kreises 2026.

Was wir tun

Den Entwurf des Haushalts haben wir noch nicht. Sobald er da ist, lesen wir ihn vollständig – und nicht nur die Seiten, die man uns zeigen will.

  • Wir informieren die Städte und Gemeinden. Ratsfraktionen, Kämmerer und Bürgermeister bekommen von uns, was wir im Entwurf finden – sachlich und mit Fundstelle.
  • Wir stellen Anträge zum Haushalt. Unser Kern: eine Kostenbremse für die Großbauprojekte des Kreises. Die Bürgermeister fordern selbst die „Priorisierung von Projekten“. Wie der Kreis bisher baut, steht in unserer Auswertung der Bauprojekte.
  • Wir berichten hier vor und nach jeder Sitzung, was beraten und wie abgestimmt wurde.
Unser Maßstab: Die Baukosten sind nicht der größte Posten im Kreishaushalt. Aber sie sind der, den der Kreis selbst in der Hand hat. Wer von den Kommunen Disziplin verlangt, muss sie zuerst bei sich selbst zeigen.
Diese Seite teilen