Mehr eingespart, als das Gebäude ausstößt
Im Betrieb soll der Neubau nach dem Katalog 190,55 bis 357,27 t im Jahr einsparen, im Mittel
274 t. Das ganze Gebäude hat 2024 aber nur rund 250 t ausgestoßen. Mehr als seinen
heutigen Ausstoß kann ein Ersatzneubau nicht einsparen.
Für die Komplettsanierung des Berufskollegs Siegburg im selben Standard rechnet der Katalog mit fast derselben Einsparung
je Quadratmeter (271 t auf 17.179 m²). Dass ein Neubau im Betrieb mehr bringt als eine Sanierung, behauptet die Verwaltung
also nicht einmal selbst.
Selbst wenn eine Sanierung nur die Hälfte dessen erreichte, was der Neubau im Betrieb einspart, bräuchte der Neubau
44 bis 66 Jahre, um seinen Mehrausstoß beim Bau wieder hereinzuholen. Fertig werden soll er 2040.
Einsparung: Maßnahmenkatalog PDF-S. 37 und 64 f.; Siegburg PDF-S. 37 und 68. Ausstoß 2024: eigene Umrechnung aus
dem Gebäudesteckbrief (M 1887/25, Umweltausschuss 04.06.2025): Nahwärme 236,76 t, Strom 236.121 kWh mit dem Ökostromfaktor
der Kreisbilanz (56 g/kWh) rund 13 t. Ausgleichszeit: eigene Rechnung mit der Mehrbelastung nach dem Rechenweg der Prüfung
im Katalog und einem Betriebsvorteil von 125 t im Jahr.
Bis 2045 ein Minus
Der Katalog schreibt dem Neubau bis 2045 eine Einsparung von 1.370 t gut, zu rund 131.000 € je Tonne.
Die Bilanz bucht im Jahr der Fertigstellung aber zugleich die grauen Emissionen des Neubaus. Zieht man sie ab, bleibt bis
2045 ein Mehrausstoß von 4.100 bis 15.100 t – je nach Rechenweg.
Maßnahmenkatalog PDF-S. 53 (1.370 t, 131.000 €/t); Treibhausgasbilanz 2024, PDF-S. 29
(Fertigstellungsprinzip). Saldo: eigene Rechnung.
Zum Vergleich: Die gesamte Kreisverwaltung stieß 2024 9.281 t aus.